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Fischereibetriebe fördern heimischen Fischnachwuchs

Fischer der Holmer Fischerzunft übernehmen die verpackten Glasaale
 

Glasaale für die Schlei

Rund 225.000 noch fast durchsichtige Glasaale (deshalb der Name) mit einem Gewicht von circa 7 Gramm/Glasaal wurden am Freitag, den 24.März 2017 mit tatkräftiger Unterstützung der lokalen Fischereibetriebe entlang der Schlei von Schleswig bis Maasholm in die Freiheit entlassen. Im Sommer wird dann im Rahmen der Aktion „Aal utsetten in de Schlie“ bereits zum achten Mal der Besatz mit vorgestreckten Jungaalen folgen.

Diverse Faktoren haben den Aalbestand in Schlei und Ostsee ebenso wie in anderen Gewässern, stark schrumpfen lassen. Auch die natürliche Zuwanderung an die Küsten von Schleswig-Holstein und die Binnengewässer ist stark zurückgegangen.

Deshalb hat auch die Europäische Union Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals festgelegt. Durch die festgelegten Aalbewirtschaftungspläne soll zum einen der Schutz des Bestandes des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) sichergestellt werden, zum anderen die Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung.

Durch die Besatzmaßnahme sollen diese Vorgaben umgesetzt werden. Die Aale sollen in der Schlei heranwachsen und so zur nachhaltigen Bestandserhaltung beitragen.

Als erwachsene Blankaale wird ein Teil von ihnen dann in ihr Laichgebiet in der Sargassosee wandern um sich zu vermehren. Deren Nachkommen kommen wieder an die europäischen Küsten, steigen in die Flusssysteme auf, wachsen dort heran und der Kreislauf beginnt erneut.

Um die Effektivität der Besatzmaßnahmen zu überprüfen und zu optimieren, erfolgt eine wissenschaftliche Begleituntersuchung. Hierfür werden die Glasaale mit dem Farbstoff Alizarinrot markiert, der sich später in Knochenstrukturen mit geeigneten Untersuchungsmethoden nachweisen lässt und die Tiere dadurch eindeutig als Aale aus den Besatzmaßnahmen ausweist. Natürlich eingewanderte Aale besitzen keinerlei Markierung.

Ein Teil der Aale wird von der Fischerei zu Konsumzwecken wieder entnommen. In früheren Jahren stellte die Fischerei auf Aal eine wichtige Einnahmequelle für die Fischereibetriebe dar. Inzwischen sind aber Aale immer seltener zu fangen.

Die Finanzierung der Besatzmaßnahmen wird durch Spenden von Aalfreunden sowie Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) sichergestellt. Der Antrag dazu wurde in diesem Jahr durch den Landesfischereiverband Schleswig-Holstein gestellt.

Um die Finanzierung auch künftig sicherzustellen, wurde im Dezember 2016 ein Förderverein gegründet, der die Antragstellung und Mittelverwaltung in den kommenden Jahren organisieren soll. Der „Förderverein zur Erhaltung maritimer Lebensformen und Lebensräume“ ist als gemeinnützig anerkannt und freut sich über jede Unterstützung des Aalbesatzes.

Dr. Elke Horndasch-Petersen
Geschäftsführerin des Landesfischereiverbandes Schleswig-Holstein

 

Glasaale auf dem Weg in die Freiheit

(Fotos: Dr. Horndasch-Petersen)

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